Rybalsk

Die Kolonie Rybalsk wurde unter dem Jekaterinoslawschen Gouverneur Wirklichen Staatsrat Josef Kochowsky von in Josefstal angelangten Kolonisten im Jahre 1791 gegründet. Zum Bau der Wohnungen wurde das Holz im Jahre 1792 auf Kosten der hohen Krone angekauft. Die Kolonie liegt auf der linken Seite des Samarflusses, wo derselbe unweit des der Kolonie gehörigen Igrener Holzhafens in den Dnjepr mündet, auf einer Anhöhe, welche in südwestlicher Richtung hoch über der Kolonie prangende Feldsteine aufweist. Die Kolonie ist 15 Werst von der Gouvernementsstadt Jekaterinoslaw und 20 Werst von der Kreisstadt Nowomoskowsk entfernt.
Das bergige, mit Tälern durchzogene Land besteht größtenteils aus Lehm, Sand, Ton und Salpeter. Auch das gute Land hat eine Unterlage von Ton und Salpeter. Mit Hilfe des Dungs kann das Land erfolgreich angebaut werden. Die Steinberge sind unfruchtbar, die Wiesen stehen bis Anfang Juni gewöhnlich unter Wasser und liefern hauptsächlich Schilf, Binsen, Farnkräuter u.a. Außer Sträuchern und Weiden befinden sich auf dem der Kolonie gehörigen Lande 7Ѕ Dessjatinen Naturwald.
Vor Gründung der Kolonie ist der Ort von Starowerzen bewohnt gewesen, welche sich größtenteils von Fischfang ernährten, weshalb die Kolonie von ihren Begründern Rybalsk genannt wurde.
Abstammung und Einwanderung der Ansiedler wie bei der Kolonie Josefstal.
In der Kolonie Rybalsk befinden sich jetzt 27 landbesitzende Wirte. Ihr erstes Obdach fanden die ursprünglichen Ansiedler in den wenigen von den Starowerzen verlassenen und verfallenen Häusern.
Durch die Überschwemmungen in den Jahren 1820, 1824 und 1845 hat die Kolonie dank ihrer erhöhten Lage wenig gelitten. Epidemische Krankheiten sind nicht gewesen. Durch Mißwachs hat die Gemeinde 1820, 1824, 1833, 1834 und 1845 mehr oder weniger gelitten.
Die Entwicklung und Förderung der Landwirtschaft, des Gemüsebaus und der Schafzucht ist hier die gleiche gewesen wie in Josefstal, wobei Herr Wirklicher Staatsrat Kontenius sich unschätzbare Verdienste auch um diese Gemeinde erworben hat. Durch den Anbau des vom Gutsbesitzer Rulischenst gepachteten Landes hat sich der Wohlstand der Gemeinde gehoben. Es wird gegenwärtig für 1000 Rbl. Banko jährlich Land gepachtet.
Schulz: Jakob Welterlich.
Beisitzer: Johann Bauer, Friedrich Müller.
(Verfasser) Schullehrer: M. Lange.